PC vs. Brain

PC vs. Brain 2016-10-12T08:25:40+00:00

PC vs BRAIN 1:0


 

Die LAN an sich und so…

„Was ist das denn schon wieder für ein sinnentleerter Titel ohne Respekt vor dem gesunden Menschenverstand“, fragt ihr euch gerade bestimmt. Gut, so was ähnliches haben wir uns auch gefragt, als wir im Internet von dieser fulminant angepriesenen LAN in Wu-Tal (Wuppertal für Nichtwissende Nixwissende) hörten.
Eigentlich wegen dem versprochenen 10 Mbit Internetzugang dorthin gereist, war die Ankunft jedoch schockierend wie ein Schlag ins Gesicht. Mit einem Skateboard! …Angespitzt!! …Und mit Stacheldraht umwickelt!!! Diese LAN war eine Art hybride Symbiose (bitte nachschlagen, aber bitte mit Sahne!) zwischen „Krach“ und „Bumm“.

„Bumm“ soll hier unser damals Heißgeliebtes Counterstrike bezeichnen, welches wir im Rahmen eines Turniers um Leben und Leberwurst bis zum äußersten daddeln sollten. Und wenn ich sage „bis zum äußersten“, dann meine ich „bis an die Ecke, den Rand der Welt wo dir der Wahnsinn und Haarspliss den Verstand rauben, dass selbst Arabella Kiesbauer dumm aus der Wäsche guckt!“ Denn…
„Krach“ kam ohne Gnade aus den anderen zwei Dritteln der Halle, die sozusagen der Schauplatz des Bösen werden sollte. Dort wurde nämlich fleißig, ständig und ohne jegliche Unterbrechung geskatet. Ja, richtig kombiniert Columbo, diese LAN fand im, durch einen Riesenvorhang abgeteilten, Bereich eines „Übungsplatzes für kommende Gelenkpatienten“, kurz „Skateboard-Halle“ statt.

Ach, und was wurde dort geskatet! Hoch… runter die Rampe, bumm…, hinfallen, wieder aufrappeln oder rumbrüllen (oder beides), auf jeden Fall weiterfahren…, skate…, skate…, skate…, Krach!

Denkt nicht -Krach-, ich hätte -Krach- was -Krach- -Krach- gegen Skater – hab selber früher -Krach- ausgelatschte Etnies -Krach- und -Krach- stolz Airwalks getragen, war -Krach- auf dem Board -Krach- eher -Krach- so zweite bis dritte Wahl, aber -Krach- das -Krach- war mir auch egal. Ich dachte nur nicht im Traum daran, dass die das so lange durchhalten (und das es so scheiß laut sein kann)!

-Krach- Nagut, ihr wisst, als Daddler auf einer LAN ist man viel gewöhnt: Auf dem Fußboden schlafen, Schokoriegel zum Frühstück (der leete Mann von Welt greift zu Katjes-Kindern) und tagelang nicht duschen -Moment, klingt irgendwie gar nicht so schlecht… Errr, egal, ihr wisst worauf ich hinaus will.
Auch auf dieser LAN hatten wir -Krach- uns auf einiges eingestellt, auch wenn sie nur von Samstag bis Sonntag ging. Aber ihr wisst, das bringt eine ganze Nacht ohne Schlaf, miserable Versorgung mit Essen und sich zäh wie Eiterspucke hinziehende Turniere bis Sonntagmorgen um 10 Uhr oder so mit sich.

Das Turnier – ganz lässig

Schnell fanden wir auch heraus, dass mit dem angesagten 10 Mbit Internet Zugang (im Jahre des Herrn 2000 so selten und wertvoll wie McDrive Bedienung mit Hauptschulabschluss) totaler Alpenkäse -Krach- war – kein Internet, nüscht, nada, Division durch Null!
„Nagut“, dachten wir uns, gewinnen wir halt einfach das CS Turnier und fahren schnell wieder nach Hause. Man bedenke: Zu dieser Zeit waren wir uns der Sache noch relativ sicher – so wie im Stehen zu pinkeln: Manchmal geht zwar etwas daneben, aber davon lässt man sich ja nicht so leicht abhalten! Kurz die Regeln des Turniers, so wie ich sie heute noch einigermaßen im Kopf habe: Die Maps waren für jede Runde festgeschrieben, jeweils eine Hin- und Rückrunde a zehn Minuten, TeammitdenmeistenFrags = Gewinner (Mensch, CS war ja doch ziemlich simpel). Achja, die „Round-Time“ war drei Minuten, nur so am Rande…

Es ging auch ganz gut los für uns, die anderen vertretenen Clans waren Newb’s oder kleine -Krach- Kinder (die uns heute sicherlich den Hosenboden stramm ziehen würden, freihändig!), mit denen wir damals kaum Schwierigkeiten -Bumm- hatten:

Man bemerke den Ausnahmespieler „Starbuck“ 🙂

Ohhhh, zwei Wins, ich hab‘ Angst! Hau mi net!

Die hier waren wohl schon ein bisschen besser! (Darum war ich auch schlecht ? ) Drei Wins immerhin.

Ich hab hier noch mehr Screenshots, aber man -Bumm- merkt schon worum’s geht. Probleme hatten wir nicht wirklich. -Krach- Gemächlich daddelten wir in die Nacht hinein, ohne große Zwischenfälle, außer man zählt eine Ampel an einer Kreuzung, die einen diagonalen Zebrastreifen hat, dazu. Ok… nicht. Alles klar.

Aber ab dem Viertel-Finale oder so wurde alles etwas komisch: Dauernd kamen irgendwelche 13-jährigen zu uns gelaufen und erzählten, fasziniert mit glänzenden Augen wie nach der ersten Zigarette, davon wie sehr das Team „BC“ (Ich glaub das stand für Body Count…) doch rulen tut.
„Die machen alle zu Null platt!“ hieß -Krach- es da. (Ihr merkt, obwohl es bereits Nacht war, hörte das skaten nicht auf, es hörte einfach nicht auf!). Im selben Atemzug, schon blau angelaufen, fuhren die Kids fort: „Ich glaub… die… gewinnen das… Turnier!“

Natürlich erwiderte ich zu diesem -Bumm- Thema nicht mehr als ein Augenbrauen-Runzeln, welches von den Kindern allerdings als Interesse missdeutet wurde. Egal – lenkte mich ihr nicht abreißender Blabla-Schwall doch vom ständigen Krach -Krach- ab. Niemals hätte ich in jenem flüchtigen Augenblick des siegesgewissen Zurücklehnens-und-Abwartens geahnt, dass eines der, dass DAS spannendste CS Spiel unserer bescheidenen Nacho-Geschichtsschreibung bereits auf uns wartet…

Alfred Hitchcock präsentiert: „Das Finale“

(Anmerkung des Webmasters: Das ist die Stelle wo normalerweise die psychedelische Musik einsetzt und eine Frau am Ende der Strasse schreit.)

Der aufgeweckte Leser ahnt es bereits: Gegen sechs Uhr sonntagmorgens begann das Finale „Nachos vs. Body-Count“. Die Map für das Finale war in den Regeln festgeschrieben, wie für jede andere Runde eben auch. Nur blöd, dass es ausgerechnet „cs_italy“ sein musste! Nicht das wir diese nicht besonders mochten – wir konnten diese nicht besonders! Zum damaligen Zeitpunkt war Italy relativ neu, vielleicht ein paar Monate alt, oder aber auch nur Wochen, oder auch nur Tage, ich weiß es heute nicht mehr (seht ihr, Computerspielen macht gar nicht dumm, nur vergesslich!). Ich weiß nur eins: Wir hatten noch keine sonderlich ausgeklügelte Taktik ausbaldowert (außer „alles umknallen!“).
Das war etwa so erfolgreich:
Auf einer Skala von hier———-bis——–hier*, eine solide 4,5. Kurz gesagt:

Runde 1: 11 zu 5, hätte man besser machen können

Ganz klar, BC war einfach besser! Wir haben fast nur Schmu gemacht, und BC hat auch nicht den Fehler gemacht im Haus zu „campern“ – Nein, sie kamen raus aus ihren Löchern und knallten uns ab wo wir es nicht erwartet hatten. Schlechte Vorbereitung unsererseits, das passiert sogar der deutschen Nationalmannschaft manchmal (rofl), gut ausgenutzt die Vorlage von BC.
Aber dann!
Aber dannnnnnnnn!
Runde 2 sollte die Vergeltung sein, unser persönliches Kill-Bill-Massaker mit Hackfleisch und Zwiebelringen. Mit absolut verbissener und auch ein wenig gekränkter Miene guckten wir hoffnungsvoll auf unsere Monitore, als die nächste Runde dieses Nervenkriegs herahnbrach…

Und guckten… und guckten… und guckten… und guckten… und guckten… und guckten… und guckten… und guckten… und guckten… und guckten… und guckten… und guckten… und guckten… und guckten… und guckten… und guckten… und guckten… und guckten… und guckten… und guckten… und guckten… und guckten… und guckten… und guckten… und guckten… und guckten… und guckten… und guckten… und guckten… und guckten… und guckten… und guckten… und guckten… und guckten… und guckten…

Was hier leicht übertrieben wirkt, ist in Wirklichkeit sogar das Gegenteil: Die erste Runde ging los, wir Terror, die Counter. Wir verteidigen, die angreifen. Möchte man zumindest meinen. Die erste Minute verstrich. Ich stierte wie ein Geier auf meinen Monitor, bereit jeden Angreifer davon abzuhalten unser kleines Häuschen und unsere Geiseln zu erreichen. Was mir auch hervorragend gelang, muss ich sagen. Denn nichts passierte… gar nichts.

Und die zweite Minute brach heran. Diese genauso ergebnislos wie die erste, und uns wurde allmählich die Taktik von „BC“ klar: Am Counter-Startpunkt campern bis die Hölle gefriert, und selbst dann nur schnell lange Unterhosen anziehen und weitermachen. Sogar kleine fiese Tricks, die in der damaligen Version von Italy noch gingen, wie sich außerhalb der Map zu verstecken, wurden ausgereizt.

Jedem der einigermaßen Counterstrike vertraut ist oder war, fällt auf, dass wir mit purem Warten hier auch keinen Fressnapf, sondern höchstens zwei Runden gewinnen konnten. Gedanken wie „Das ist doch total gegen das Spielprinzip! Das ist ne „Geisel-Map“, auf der müssen die Counter angreifen!!!“ brachten uns auch keinen Schritt weiter.
Mut und Heldenhaftigkeit mussten her! Nerven wie Otternasen! Nur noch messerscharfer Verstand gepaart mit heroischer Kampfeslust konnte uns zum Sieg führen. Es galt mindestens sechs Punkte zu machen für einen Gleichstand, egal was danach kommen sollte. Hauptsache war, nicht die ganze Nacht erfolgreich das Turnier zu bestreiten, um dann gegen feige Camper zu verlieren!

Wir warteten mehr oder weniger geduldig zwei Runden lang einfach ab, ließen insgesamt sechs Minuten verstreichen und ernteten so immerhin zwei Wins, die uns auch das nötige Kleingeld für eine gute Ausrüstung bescherten. Dieses Geduldsspiel um diese Zeit (irgendwas gegen früher Morgen, sechs, sieben Uhr – irgendwas halt) durchzuhalten war extrem anstrengend und ermüdend, allmählich erreichten wir eine Art Trance-Zustand.
Neidisch schaute ich auf meine Nacho-Kollegen, die bereits im Eimer waren und friedlich in der Ecke auf einer riesigen, sehr sehr gemütlich erscheinenden Sportmatte schliefen. Wenn die wüssten… „Konzentrieren, Starbuck!“ hieß es, ohne Pardon, geschlafen wird nach dem Sieg!

Insgesamt sechs haarsträubende Minuten vergingen also, bis wir uns entschlossen anzugreifen. Noch haarsträubendere Situation voraus!! Wie bereits erwähnt waren wir auf Italy nicht sonderlich eingespielt, nun auch noch den Spieß umzudrehen und als Terror die Counter anzugreifen… Es war heikel, ja, aber zu diesem Zeitpunkt hatten wir bereits eine gute Portion Wut in unserem kollektiven „Nacho-Rage-Speicher“ gehortet, die nun zum Einsatz kam: Relativ lose koordiniert teilten wir uns langsam auf und schlichen genauso langsam vorwärts Richtung Counter-Startpunkt.
Vorsicht war nach wie vor geboten, schließlich wussten wir nicht, ob sich einer von denen irgendwo versteckt und uns aus dem Hinterhalt angreifen würde. Also immer schön vorsichtig nach vorne. Die Zeit: Ungefähr sieben Minuten.

Als wir endlich die Basis des Bösen erreichten und merkten, dass alle Counter dort warteten, hieß es „wehe wenn sie losgelassen!“
Campen ist halt doch nicht das Beste vom Feste! Wie beim D-Day stürmten wir die Front, ein Counter, zwei Counter bissen ins virtuelle Gras. Dann einer von uns. Wieder zwei Counter, und zwei von uns. Der letzte, der letzte, wo ist er, wo ist er?
Versteckt in einem Clipping-Error der Map, aber ein Fuß guckt noch heraus!
-Bumm-, erledigt!

Dritter Win! – Die Zeit: Sieben Minuten und ein paar Zerquetschte. Nur noch etwas über zwei Minuten blieben uns also um drei Wins zu machen, es galt keine Zeit zu verlieren. Allerdings waren wir nun endlich warm gelaufen, diese Bastarde hatten uns ein wenig zu sehr gereizt… Mit dem Essen spielt man nicht, meine Freunde!!! Wir waren wieder voll da, prügelten uns quasi um die einzelnen Frags, jeder wollte einen von diesen Lamern erwischen und ihn bezahlen lassen. Den Preis für Nachos-an-der-Nase-herumführen und Nachos-warten-lassen (welchen auch der Pizzaservice sehr gut kennt): Umlöten! Einfaches, banales Umlöten.

Die vierte Runde war nach wenigen Sekunden vorbei, so auch die fünfte und schließlich und endlich, kurz vor knapp, die sechste und letzte:

Runde 2: Knapp, knapp, knapp, und immer wieder: Knapp!

YES! 11 : 11!! Was war der Jubel groß… die Müdigkeit war total verfolgen, jeder war wach und fit wie fabrikneue Birkenstock. Die kleinen Kiddies standen jetzt bei uns hinter den Monitoren und glotzen, was mir ehrlich gesagt auch erst jetzt auffiel.
Endlos erscheinende zehn Minuten lang hatte ich mich auf meinen Monitor konzentriert, und die „Fankurve“, die sich in den letzten paar Minuten gebildet hatte gar nicht bemerkt. Vielleicht auch besser so ?

Arnold Schwarzenegger präsentiert: „Die Vernichtung“

(Anmerkung des Webmasters: Und nun läuft Big Gun von AC/DC)

Die Frage war „was nun?“ Einen Gleichstand hatte es in diesem Turnier nicht gegeben, aber die letzten Endes doch gut organisierten Orgas hatten vorgesorgt und bereits im Vorfeld eine Lösung für derlei Probleme gefunden: Eine weitere Runde, mit einer im Turnier noch nicht vorgekommenen Map, wird gespielt. Und als wir so den weiteren Ausführungen und Details der Orgas lauschten, wurden unsere Augen ganz groß und naß. Wir waren schon vorher traurig gewesen, dass außgerechnet unsere Lieblingsmap im ganzen Turnier nicht gespielt wurde, anscheinend war sie in diesen Kreisen nicht sehr beliebt, dachten wir. Aber nun war die Zeit reif: Wie damals unterm Weihnachtsbaum freuten wir uns, wollten die Schmach der ersten Final-Runde wieder gutmachen, denn unser Nacho-Wut-o-Meter stand auf Anschlag. Wir brauchten nur noch eine gute Map, wie gute Hintergrundmusik beim Film, um den Grad der bevorstehenden Rulung auf 107% auszuweiten. Wir machten uns bereit für 2 x 10 Minuten „de_nuke“!
** Ab hier kein Kommentar mehr, sollen die Bilder für sich sprechen:

Nenn dich nach was zu Essen, und du kannst nicht verlieren!


 

* wobei hier das Quadrat aus unseren Italy Erfahrungen durch die dritte Wurzel aus (Müdigkeit + Hunger), und hier (das andere) den gar-nicht-so-schlechten Skill von BC hoch „ihre absolut-fiese-und-unehrenhafte-Camper-Taktik-die-die-Welt-noch-nicht-gesehen-hatte“ mal Pi-Halbe darstellt. ** Richtig geraten, Nuke war unsere offizielle ESPL- und auch Lieblingsmap!